{"id":8833,"date":"2021-07-15T07:13:49","date_gmt":"2021-07-15T07:13:49","guid":{"rendered":"https:\/\/baptisten-waldshut.de\/?p=8833"},"modified":"2021-07-15T12:09:14","modified_gmt":"2021-07-15T12:09:14","slug":"zur-freiheit-berufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/baptisten-waldshut.de\/index.php\/2021\/07\/15\/zur-freiheit-berufen\/","title":{"rendered":"Zur Freiheit berufen"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gedanken zu den langersehnten M\u00f6glichkeiten<\/h4>\n\n\n\n<p>Anfang Juni schaute ich mir die neuen Freiheiten an, die Dank der gesunkenen Inzidenzen wieder m\u00f6glich waren. Doch irgendwie mischte sich Unsicherheit in die Freude. Ist es wirklich in Ordnung und wieder vertretbar, dass wir uns in gr\u00f6\u00dferer Zahl treffen und sogar miteinander singen? Nach 15 Monaten Pandemie, Abstand usw. f\u00fchlt sich die neue alte Freiheit ungewohnt, fast schon irgendwie bedrohlich an. Was k\u00f6nnen und d\u00fcrfen wir wieder? D\u00fcrfen wir das wirklich wieder? Die Unsicherheit l\u00e4sst sich nicht einfach wegwischen. Durch diese Gedanken kreuzen mir Worte von Paulus:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Br\u00fcder und Schwestern, ihr seid zur Freiheit berufen!<br>Aber benutzt eure Freiheit nicht als einen Vorwand,<br>um eurer menschlichen Natur zu folgen.<br>Dient euch viel mehr gegenseitig in Liebe.<\/p><cite>Galater 5,13<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wir sind zur Freiheit berufen! Doch irgendwie f\u00fchlt es sich gerade an, wie bei einem Vogel im K\u00e4fig. Die T\u00fcr ist ge\u00f6ffnet, aber der Vogel bleibt drin sitzen. Mir scheint, Freiheit muss ich annehmen und ein\u00fcben. Irgendwie hat sich da was eingeschlichen mit der Zeit, ein Unbehagen bei gr\u00f6\u00dferen Menschenansammlungen oder bei zu viel N\u00e4he. Die Ma\u00dfnahmen der vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen. Das enge Korsett an Regeln hat Sicherheit versprochen und jetzt ist dieses Korsett weg. Wenn ein Korsett am K\u00f6rper entfernt wird, muss sich die Muskulatur erst wieder neu ausbilden damit der K\u00f6rper wieder Stabilit\u00e4t bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt genauso f\u00fcr unseren Glauben. Ich kann einen engen K\u00e4fig von Gottesvorstellungen oder von Gottes Wirken haben und mich daran festhalten. Ich wei\u00df, was mal funktionierte, um Gott zu be-gegnen, Menschen das Evangelium zu bringen \u2013 heute aber ist das wie ein K\u00e4fig, an dem ich mich festhalte und aus dem ich mich nicht heraus traue.<br>Doch Gott will uns in die Freiheit f\u00fchren, nicht auf Regeln, Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten oder Erfahrungen zu bauen, sondern auf sein Wirken, seine Wegf\u00fchrung, sowie seine Gnade und Barmherzigkeit. Eine Erfahrung, die mal funktionierte, muss heute nicht zwingend auch so funktionieren. Eine Erfahrung, die mal nicht funktionierte, kann heute pl\u00f6tzlich funktionieren. Dazu muss ich aber die Freiheit haben, etwas zu wagen, muss frei sein in meinen Gedanken, frei werden von den negativen Erfahrungen der Vergangenheit oder von gedanklichen Zw\u00e4ngen. Wie viel Gebet braucht es bis zu einer Entscheidung? Und wie viel Mut, einen ungew\u00f6hnlichen, ungewohnten Schritt zu gehen? Petrus wagt den Schritt aufs Wasser, weil er meint, dass Jesus ihn ruft. Die 11 anderen J\u00fcnger bleiben im Boot, weil sie wissen, dass Wasser nicht tr\u00e4gt. Und Petrus? Er geht ein paar Schritte auf dem Wasser mit dem Blick auf Jesus gerichtet. Erst als er seine Situation mit menschlichen Augen wahrnimmt, als er die Wellen sieht und sich \u00fcberlegt, wo er steht, da sinkt er.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr seid zur Freiheit berufen \u2013 einer Freiheit, Jesus zu folgen, zu und mit ihm unterwegs zu sein und sich auf seinen Weg einzulassen. In dieser Freiheit sollen wir einander in Liebe dienen. Auf diese Weise werden wir Wegbegleiter in die Freiheit. Nicht Rufer in die Freiheit, sondern Begleiter, Versteher, Zuh\u00f6rer, Ermutiger, Hilfesteller und das alles mit Liebe und Geduld.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Freiheit berufen, einander zu dienen &#8211; was f\u00fcr ein eigenartiger Gedanke. Ja, es braucht Freiheit, mir meiner Bed\u00fcrfnisse, W\u00fcnsche und (vielleicht sogar berechtigten) Anspr\u00fcche bewusst zu werden und dann die innere Freiheit zu haben, die Bed\u00fcrfnisse, W\u00fcnsche und Anspr\u00fcche meines Gegen\u00fcbers wahrzunehmen und ihm zu dienen. Dienen in Liebe, das bedeutet auch uneigenn\u00fctzig zu dienen, frei zu sein von der unbedingten Erwartung, dass sich dadurch etwas ver\u00e4ndern muss bei meinem Gegen\u00fcber. Dient gegenseitig kann auch bedeuten, mir dienen zu lassen! Da stellt sich mir die Frage: Bin ich innerlich frei, mich beschenken zu lassen von meinen Glaubensgeschwistern oder anderen Menschen? Bin ich frei, mal nicht selbst zu machen, vielleicht sogar abh\u00e4ngig zu sein? Auch daf\u00fcr braucht es Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich sp\u00fcre, dass ich hier und da innerlich unfrei bin, darf ich Gott darum bitten, mich aus meinem K\u00e4fig zu begleiten. Jetzt, drei Wochen in der wiedererlangten Freiheit w\u00e4chst die Dankbarkeit und schwindet die Sorge. Ich lasse mich wieder gern auf Begegnungen in gro\u00dfer Runde eine und lerne ganz neu, auch im Glauben frei Jesus zu folgen. Ich bin zur Freiheit berufen. Ich bin frei, Kind Gottes zu sein. Deshalb lerne ich vertrauend zu leben, zu<br>dienen und mir selbst Gutes tun zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color\"><em>Pastor Andreas Neef<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zu den langersehnten M\u00f6glichkeiten Anfang Juni schaute ich mir die neuen Freiheiten an, die Dank der gesunkenen Inzidenzen wieder m\u00f6glich waren. 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